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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: China
#1BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 18:25 

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Momentan lese ich "Tochter Chinas" von Meihong Xu.
Hier mal ein Auszug des Inhalts:
Der autobiographische Roman von Meihong Xu (geb. 1963) ist die Geschichte eines jungen Mädchens vomLand, das als überzeugte Kommunistin Karriere macht, sich bis in dieSpezialeinheit für Spionage hochdient und sich fataler Weise in denMann verliebt, den sie bespitzeln soll, nämlich in den amerikanischenGastprofessor Larry Engelmann. Die Folgen dieses ideologischenFehltritts sind die für das kommunistische China typischen: sie wirdverhaftet, verhört, gedemütigt und aus der Armee entlassen. Selbst ihrMann trennt sich von ihr, und um die Eltern nicht länger zu entehren,verlässt sie das Heimatdorf und nimmt eine niedrige Arbeit an.Letztlich gelingt es ihr doch noch Kontakt zu dem Professoraufzunehmen, mit seiner Hilfe schafft sie die Flucht nach Amerika, wodieses Buch entsteht

Aufgrund dieses Buches beschäftige ich mich momentan mit der Geschichte Chinas. Nicht so sehr intensiv, sondern eher so, dass ich mir durch verschiedene Artikel vor Augen führe, wie China eigentlich tickt, wie es früher war. Natürlich waren da sehr rudimentäre Grundkenntnisse aus dem Geschichts- und Erdkundeunterricht, aber das interessierte mich damals nicht.

Je mehr ich nun darüber lese und erfahre, desto deutlicher werden die Parallelen zu den Zeiten Hitlers und denen der DDR.
Und mir stellt sich die Frage, ob die Staatsform, die in China herrscht, der Kommunismus, überhaupt das ist, was Mao Zedong wollte, oder ob das nur ein Deckmäntelchen (wie ist mir nicht klar) für seine Diktatur war?
Denn die Idee des Kommunismus fand/findet doch in China eigentlich überhaupt nicht statt, oder hab ich da etwas falsch verstanden?

Und natürlich erschreckt es mich, wie kritiklos Deutschland China bei der Frankfurter Buchmesse empfängt, obwohl sie wohlweislich ihren kritischen Autoren verboten haben, nach Frankfurt zu reisen und Zensur ausüben.


Vielleicht hat ja jemand von Euch ein paar Gedanken dazu.


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#2BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 19:26 

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ja, habe ich.. schau dir den »letzten kaiser« an.. und du weisst, wie die chinesen zur kulturrevolution getickt haben.. nicht so, aber in gewisser weise ähnlich liefen gewisse dinge wie »bevormundung« in der ddr ab..

china ist eigentlich ein »sonderfall«, denn eigentlich ist es noch immer die kommunistische volksrepublik.. uneigentlich hat sich eine korrupte und diktatorische nomenklatura entwickelt, die beinahe alles unter kontrolle hat..


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#3BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 19:28 

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Was ich in letzter Zeit ueber das angeblich immer noch 'kommunistische' China gelesen habe, ist wohl fuer uns Westerner nicht ganz begreiflich.
Es scheint wirtschaftliche Freiheit zu geben, doch das auf Kosten der Aermsten und es ist mehr eine Diktatur des Kapitalismus wie sie selbst Karl Marx nicht beschrieben hat: In der Tat werden ueberall moderne Geschaeftszentren und Firmen gebaut und die Wirtschaft blueht. Ich sah, dass Chinesen, welche in Kanada leben, regelmaessig nach China fahrenund dort ihre Geschaeftye erledigen oder ihre Firmen kontrollieren. Ihre Soehne fahren die teuersten Wagen in Kanada.
Das ist jedoch auf Kosten der Aermsten, die ruecksichtslos und ohne Entschaedigung aus ihren Haeusern oder Landbesitzen auf die Strasse getrieben werden, wenn das Gebiet fuer Neubau vorgesehen ist.

Obwohl Zensur herrscht duerfen gewisse Journalisten Misstaende offen kritisieren, muessen jedoch wissen wie weit sie gehen duerfen. Schade, dass ich mich momentan nicht an den Namen des Buches erinnern, welches ich vor nicht allzu langer Zeit las. Es wurde von einer Moderatorin einer chinesischen Fernsehstation geschrieben, die ein Programm ueber das Leiden chinesischer Frauen moderierte, welches aeusserst popular war.
Sie fuhr im Lande herum und lernte die Probleme vor Ort kennen. Besonders erschuetternd war ihr Bericht ueber eine Gruppe junger Maedchen die zusammen nackt in einer Felsenhoehle, so wie andere Bewohner des Ortes, lebten und zusammen ein Kleid besassen. Jede durfte es einen Tag anziehen, um in einen Nachbarort spazieren zu gehen und den anderen anschliessend zu berichten was sie gesehen hatte.

Aus einem anderen Buch wird klar wie stark sich die Korruption in China entwickelt hat: Die Parteibonzen streichen hohe Bestechungsgelder von Reichen ein und nehmen den Armen alle Rechte.
Andererseits kann man bei der Parteileitung in Peking Klage einreichen, soweit man durchkommt.
Da passiert es dann wieder, dass solche Bonzen bestraft, sogar erschossen werden.

Wie gesagt: Schwer verstaendlich fuer uns

Ich meine es macht nichts, wenn man Chinesen an der Buchmesse durchlaesst. Sollte ihre Autoren Propaganda schreiben, wirkt das auf die Westerner laecherlich und hat keine Wirkung. Andererseits kann es nicht schaden, wenn so viele Chinesen wie moeglich mit dem Westen in Beruehrung kommen.


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#4BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 19:40 

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Aber Ruven, Deutschland als demokratischer, westlicher, vermeintlich aufgeklärter Staat kann doch nicht so eine Zensur "durchgehen" und sich von den Chinesen vorschreiben lassen, wer auf der Buchmesse sein darf. Das kann ich in keinster Weise nachvollziehen.


Und in einem Wikipedia Artikel über China hab ich Erschreckendes gelesen:

Zitat:
Im Jahr 2005 wurde den Bauern von 11 der 23 chinesischen Provinzen,über 200 Millionen Menschen, erlaubt, ihr Dorf zu verlassen und inausgewählte Städte zu ziehen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ihnen, wiejedem Bürger aus der Landbevölkerung, nicht erlaubt, sich ohneGenehmigung in einer Stadt niederzulassen.


Zitat:
In China ist es bis heute einem Landbewohner nicht erlaubt, sich in einer Stadt ohne Aufenthaltserlaubnis niederzulassen.


Da fehlen mir die Worte.


Zedd, selbst damals war China nicht kommunistisch meiner Meinung nach.


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#5BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 21:05 

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Das ist eigentlich schon besser als ich gelesen habe, wo die Leute einfach auf die Strasse gesetzt wurden.

Ich glaube, dass sich Deutschland nicht allzu viel vorschreiben laesst. China selber laesst ja die Zensoren nicht nach D. reisen.


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#6BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 09:29 

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also ossi habe ich mich auch schon mit der wissenschaftlichen seite des marxismus beschäftigt.. wie schon gesagt, china fällt hierbei aus dem rahmen. mao hat den kommunismus nach eigenen ideen umgeformt,anders als der (theoretische) kommunismus in russland, der sich (theoretisch) an die vorgaben marx und auch lenins band. mao hatte demnachnur die grundideen des marxschen gedankens der kommune, der gemeinschaft übernommen. alles in allem hatte sich mit der kulturrevolution und darüber hinaus etwas entwickelt, was man getrost als nationaler sozialismus bezeichnen kann.. ruven wird es vielleicht am besten »nachvollziehen« können.. ich sagte aber nicht, nachfühlen.

ich nehme das wort nationaler sozialismus mit vorsicht in den mund.. aber wenn ich sehe, wie volksgruppen regelrecht ausgerottet, »der staat geformt« wird und die menschen »für die gemeinschaft erzogen« werden und ausserdem noch immer ein gewisser personenkult betrieben wird, kommt dass dem sehr nahe. sorry, wenn ich das so sagen muss, aber das sind meine eindrücke.

demnach.. chinas kommunismus hatte seinen vorläufer bereits in den 20er jahren, nach der abdankung des letzten kaisers und innenpolitischer kämpfe. mao hatte sich als einer von vielen, teils mit brutalität hervorgetan und ist aus den kämpfen als sieger hervor gegangen, wohl auch, weil er die armen und rechtlosen um sich schahrte..ähnlich wie die bolschewiki in russland.. aus denen sind letztlich unter lenin die kommunisten hervorgegangen.


etwas in diesem zusammenhang will ich noch bemerken.. in sachen nationalsozialismus.

sollte jemand anderer meinung sein, dann sollte sich diese(r) jene(r) vor augen führen, dass das dritte reich und (damals) sowjetrussland mehr politisch gemeinsam hatten, als angenommen. die beziehungen gingen weit über verträge hinaus, in den 30er jahren gab es zeiten, da gab es einen sehr intensiven austausch zwischen beiden staaten, der noch während des zweiten weltkrieges stattfand. katyn war daher leider nur eine schreckliche posse, welche die wehrmacht als propaganda ausschlachtete. es gibt thesen, wonach die deutsche regierung sehr wohl darüber bescheid gewusst haben soll.
darüber hinaus sollte man auch bedenken, dass der russische dissident sacharow in den 70er jahren die gebietsaneignungen chinas (tibet), deutschlands (europa im 2. weltkrieg) und der sowjetunion (finnlandkrieg, estland, lettland, litauen) miteinander verglich und gemeinsamkeiten feststellte, die ihm zensorischen ärger einbrachten. zu ähnlichen schlüssen ist beispielsweise auch ein deutscher parlamentarier 1962 gekommen.. hab nur den namen vergessen.. Bild

man kann also im zusammenhang sagen, nicht die interessen des souveräns (volk, wähler) sind im kommiunismus von belang, sondern die des staates. kuba, nordkorea, china, mittlerweile auch venezuela sind die staaten, die sich selbst gerade unbeliebt gemacht haben. es gibt einen ausspruch von hitler:

nicht der staat hat uns geschaffen, sondern wir schaffen uns unserern staat..

und wer den staat in der hand hat, beherrscht auch den rest.


feddisch


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#7BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 10:11 

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Arte hatte im September eine Dokumentation von Mao gesendet, die Männe und ich uns angeschaut haben. Sein Lebensweg bis zu seinem Tod wurden dort gezeigt und war äußerst spannend.

Die Machtstrukturen des Mao-Regimes waren von der damaligen Sowjetunion und DDR kaum zu unterscheiden.


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#8BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 10:13 

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Stimmt Zedd, dass seltsame war, dass obwohl Stalin und Hitler sich gegenseitig hassten und jeder vorhatte den anderen frueher ode spaeter zu vernichten, kooperierten sie, solange jeder davon Nutzen hatte.
Stalin haette jedoch nie geglaubt, dass Hitler so frueh gegen ihn losgehen wollte. Operation 'Barbarossa' war schon Monate geplant, als Stalin noch jene die ihn warnten, fuer 'falsche Informationen' verhaften liess. Informationen nicht zu trauen scheint bei Diktatoren gang und gebe zu sein. Auch Hitler glaubte nicht den Meldungen, dass die Invasion der Alliierten in der Normandie stattfinden wuerde.
Dadurch, dass sie glauben alles besser zu wissen, und sich nicht beraten lassen, scheinen Diktatoren ihrer eigenen Sache oft zu schaden.

Seltsamerweise erreichten auch meine Eltern zumindest ein Monat zuvor Information ueber das Angriffsdatum gegen Russland: Sie kannten eine Reinemachfrau bei Goebbels. Hohe Persoenlichkeiten scheinen zu glauben, dass die niederen Angestellten wie Robote arbeiten, die nichts verstehen. Jedenfalls ueberhoerte diese Frau ein Gespraech darueber und das war zu saftig um nicht weiterzuerzaehlen.
Meine Tante arbeitete beim russischen Gesandten in Berlin. Meine Eltern berieten ob man ihm diese Information zukommen lassen sollte. Gut, dass sie es nicht taten, denn der haette sie hoechst wahrscheinlich an die Nazis denunziert.


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#9BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 11:08 

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ich kürzlich ein buch eines us-republikaners in der hand.. name ist mir entfallen, ich weiss nur noch, er lebte zu zeiten mccarthys.. einem kommunistenhasser..

und dieser jemand hatte, in hinblick auf china und russland gesagt:

es kann nicht funktionieren, wenn die arbeiterklasse macht in den händen hat. es wird immer jemanden geben, der die macht missbraucht. aus dem grund regieren auch in den usa keine arbeiter, wir missbrauchen sie sowieso, ohne dass sie davon wissen haben...


wissen ist eben macht.. und lädt zum missbrauch ein..


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#10BeitragVerfasst: Mi 14. Okt 2009, 12:23 

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klar wer mal in der Regierung sitzt, ist kein Arbeiter mehr.
Wir hatte auch einen der fuer die Aermsten der Armen eintrat und diese waehlten ihn in die Knesset (Parlament) Viel tun konnte er nicht fuer die Armen ausser Reden halten, aber er genass ein grossartiges Gehalt und ebensolche Bedingungen. Ob er die Armen in seiner Villa empfing weiss ich nicht.


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#11BeitragVerfasst: Di 27. Okt 2009, 11:08 

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Hier geht es auch um China: Bild

http://gretchenforum.kostenloses-forum.be/gretchenforum-post-4393.html#4393

Aber auf andere Weise. Bild


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#12BeitragVerfasst: Do 29. Okt 2009, 21:06 

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Eine interessante Seite zum Thema: Mauerfall:

http://www.berlintwitterwall.com/

In China ist diese Seite gesperrt, damit die Bürger nicht auf dumme Gedanken kommen ....


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