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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Warum ist Brasilien so groß?
#1BeitragVerfasst: Mi 7. Okt 2009, 18:14 

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Kommt mir vor wie eine Kinderfrage, aber ging mir gerade so durch den Kopf.

Warum ist Brasilien so groß? Oder die USA? In Europa ist alles Kleingeklüngel, es gibt viele einzelne Staaten. Warum ist Australien als Kontinent nicht auch in zig einzelne Länder unterteilt? Hat das etwas mit der Kolonisation zu tun, dem Anteil der Menschen, die da leben oder mit dem Aspekt, wie lebensfreundlich bzw. -feindlich es ist (Naturbedingungen)?

Hm... vielleicht... wo viel Land ist, braucht man keinen Zaun darum ziehen, weil genug Platz für alle.


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 Betreff des Beitrags:
#2BeitragVerfasst: So 11. Okt 2009, 14:46 

Highscores: 1
Das liegt eben an der Geschichte der Laender. Wollen wir es ganz oberflaechlich betrachten.

Europa hatte viele Laenderherren, die alle staendig versuchten Laender ihrer Nachbarn einzunehmen, und sich hueten mussten selber eingenommen zu werden. Da gab es vom Mittelalter bis zur modernen Zeit das "Heilige roemische Reich", das zwar fast ganz Europa einnahm, aber keine wirkliche zentrale Regierung hatte. Auser den Koenigen von groesseren Laendern, wie Frankeich hatten hunderte von kleinen Fuersten, Baronen, Grafen etc vollkommene Herrschaft ueber ihr manchmal kleines Land. Staedte wie Venedig und Florenz waren zu Zeiten unabhaengige Staaten. Und alle bekriegten sich staendig.

Als 1806 der letzte heilige roemische Kaiser abdankte, gab es schon Staaten wie Oesterreich, Frankreich und spaeter Deutschland, die sich vereinigt hatten. (Es waere zuviel auf all das hier einzugehen).
Sprache und Mentalitaet der Laender waren sehr verschieden und die Buerger wurden dazu erzogen, ihrem Fuersten treu ergeben zu sein. Durch Kriege aenderten sich die Grenzen von Staaten staendig, wobei ein Land wie Polen mitunter ganz verschwand. Oesterreich's Koenigshaus beherrschte mehrere andere Laender, welche ihre eigen Kultur hatten und danach strebten unabhaengig zu werden

Brasilien war ein Land von Staemmen, denen ihre Umgebung genuegte und die nicht staendig neues Land suchten. Es gibt dort immer noch Menschen, die keinen Kontakt zur "Zivilisation" haben. Die portugiesischen Siedler, die ungestoert das Land uebernehmen konnten, bestimmten seine Grenzen, welche sie sehr ausdehnten, um soviel "Brasilholz" wie moeglich zu ernten. Niemand stoerte sie ja bei der Grenzziehung.

Es ist bekannt, dass Nord-Amerika den Indianern gehoerte. Die weissen Siedler siedelten an der Ostkueste an und drangen immer weiter nach Westen vor. Sie bestanden aus Europaeern, die zwar aus verschiedenen Laendern stammten aber in ihrer Gesinnung vereint waren: Viele wollten vor allem dem europaeischen System entkommen und suchten gemeinsam die Freiheit von den Fuersten. Ein Versuch des Suedens sich vom Norden zu trennen scheiterte im Buergerkrieg.

In Australien lebten die Eingeborenen ebenfalls in Staemmen und hatten kein Problem mit der Laendereinteilung. Die Englaender schickten alle ihre Straeflinge nach Australien um es auf weisse Art zu "zivilisieren". Auch hier hatte es keinen Sinn, das Land in Kleinstaaten zu zerteilen.

Es gaebe noch sehr viel ueber dieses Thema, in der Tat endloses. Ich habe, wie schon gesagt, alles nur oberflaechlich beruehrt.


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#3BeitragVerfasst: Mo 12. Okt 2009, 07:07 

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im mittelalter gab es allein in deutschland 625 kleinstaaten


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#4BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 07:17 

Highscores: 1
Ich habe noch ein wenig ueber das Thema nachgedacht und es begann mich zu interessieren.
Z.B. Kann man das alles auf eine Formel bringen?
Ich glaube so: Jeder Staat versuchte in der Vergangenheit sich endlos zu vergroessern, bis er aufgehalten wurde. Sei es durch Widerstand, natuerliche Grenzen, Mangel an ausreichenden Truppen oder Interesse.
(Kann jemand was hinzufuegen?).

Die Vereinigten Staaten wurden im Westen vom Pazifik begrenzt, im Sueden von den Mexikanern, denen sie allerdings eine Portion Land, darunter Kalifornien und Neu-Mexico wegnahmen. Sie versuchten auch kurzweilig Kanada kampflos einzuverleiben, doch hatten die dort lebenden britischen Loyalisten kein Interesse und verhinderten unter der Fuehrung der Briten ein Ausbreiten der USA.

Der Widerstand den die eingeborenen Indianer der jetzigen USA boten, war vollkommen wirkungslos, vor allem da die Indianer nicht geeint waren, sich gegenseitig bekaempften und die Amerikaner immer nur in kleinen Gruppen (Staemmen) angriffen. Auch waren ihre Waffen denen der Amerikaner natuerlich weit unterlegen.
Kanada entwickelte sich auf aehnliche Weise und Franzosen und Englaender uebernahmen das Land ohne grossen Widerstand der wenigen Eingeborenen, von denen ein Teil spaeter den Ehrentitel "First Nation" (erste Nation) bekamen.

Ich nehme an, dass die portugiesischen Siedler sich im heutigen Brazilien ausbreiteten, bis sie nicht mehr Land benoetigten. Private Gruppen fanden spaeter Gold und Diamanten und einverleibten das Land an Portugal widerstandslos.

In Europa war das eine andere Geschichte. Dort konnte man nicht ohne weiteres Eingeborenen Land wegnehmen. Wenn es einem Fuersten gelang, die Gebiete eines anderen zu erobern, verlor er sie bald wieder, mitunter sogar an Nichteuropaeer. Auch wurden Laender durch Vertraege begrenzt.

Ich will nicht weiter auf die komplizierte Entstehungsgeschichte und ethnische Zusammenstellung Russlands eingehen, nur dass dieses anfangs Probleme mit Mongolen, Tartaren und Turkomanen Probleme hatte und immer wieder Gebiete aufgeben musste, jedoch schliesslich unter starken Zaren das Gebiet bis zum Pazifik einnahm, und so bei weitem das groesste Land der Welt wurde.

Kein anderes europaeisches Land hatte innerhalb Europas solche Weiten zu seiner Ausbreitung zur Verfuegung, weswegen sie schliesslich zu anderen Kontinenten uebergingen und 'Kolonien' gruendeten, die oft groesser als das eigene Land waren.


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#5BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 07:19 

Highscores: 1
rainer61 hat geschrieben:
im mittelalter gab es allein in deutschland 625 kleinstaaten


Kann man sich so etwas vorstellen? Der Vorteil war wohl, dass eine Auslandsreise nicht sehr teuer war: Kaum hatte man seine Stadt verlassen, war man im Ausland. Bild


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#6BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2009, 07:48 

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ruven hat geschrieben:
rainer61 hat geschrieben:
im mittelalter gab es allein in deutschland 625 kleinstaaten


Kann man sich so etwas vorstellen? Der Vorteil war wohl, dass eine Auslandsreise nicht sehr teuer war: Kaum hatte man seine Stadt verlassen, war man im Ausland. Bild


du nun wieder...*tzzzzzzzzz*ruven,...BildBild


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#7BeitragVerfasst: Do 22. Jul 2010, 20:13 

Highscores: 1
Aber das REisen war sehr umständlich, da man in jeder Stadt durdh den Zoll musste, Passkontrollen über sich ergehen lassen musste oder was Analoges dazu, nur das Geld war wohl ziemlich einheitlich(?), da es ja noch reines Gld undSilber war - denke ich mal. Überall galten andere Gesetze ... das war bestimmt kein Vergnügen von einem Ausland ins nächste zu reisen - und Lustreisen machte man früher ja noch nciht so, das kam doch wohl erst mit den Bädern zu Goethes Zeiten auf oder etwas vorher noch, Marienbad wurde jedenfalls zu Goethes Zeiten gegründet, ebenso Franzensbad, bei de in Böhme, CZ.


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#8BeitragVerfasst: Mo 27. Sep 2010, 17:03 
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Rede-Rabe
Rede-Rabe

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Geschlecht: nicht angegeben
Fuer Leute, die es genau wissen wollen:

Um den potentiellen Streit der Spanier und Portugiesen um die neuen Kolonien zu verhindern, wurde ein Vertrag ausgehandelt, nach dem die Territorien oestlich eines bestimmten Laengengrades an Portugal fielen und die westlich davon an Spanien.
Vertrag von Tordesillas 1494

Das heutige Brasilien lag oestlich dieser Linie. Es fiel auch nie in kleinere Laender auseinander, was sicher an der Geografie liegt.

Die spanisch sprechenden Laender Suedamerikas lagen westlich von diesem Breitengrad und sind durch Berge zerklueftet, was das Zerfallen in einzelne Laender beguenstigte.

Der Vertrag wurde schon zu einem Zeitpunkt ausgehandelt und spaeter modifiziert, als noch keiner so recht wusste, wieviel Land jetzt nun jedem zugschlagen wurde. Kolumbus hatte ja erst 2 Jahre zuvor, 1492, Amerika gefunden und glaubte zu dem Zeitpunkt immer noch, dass er irgendwo dort direkt weiter nach Indien segeln koenne.

http://en.wikipedia.org/wiki/Treaty_of_Tordesillas


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#9BeitragVerfasst: So 1. Jan 2012, 18:42 

Highscores: 1
gute infos, klasse! :good: über die geschichte von brasilien wusst ich vorher nix und war immer zu faul das nachzulesen
brasilien ist echt groß da bin ich mal drüber geflogen.
2003 sind wir von franz. guayna nach chile geflogen, da fliegt man über brasilien drüber und das hat ein paar stunden gedauert


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#10BeitragVerfasst: So 1. Jan 2012, 23:00 

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Wann warst du denn in Guayana?


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#11BeitragVerfasst: So 1. Jan 2012, 23:02 

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2000 bis 2005


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#12BeitragVerfasst: So 1. Jan 2012, 23:17 

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In Régina?


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 Betreff des Beitrags:
#13BeitragVerfasst: Mo 2. Jan 2012, 00:19 

Highscores: 1
ja. 2 jahre war ich in régina und danach 3 jahre in kourou.
in régina im dorf aber nur ein paar mal das ist ganz klein aber schön. kourou ist größer aber fast nur militär. in régina im dorf leben mehr einheimische. ist wie ein fischerdorf weil da ein großer fluss fließt der ins meer fuehrt.
wieso fragst du, warst du da mal ?


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 Betreff des Beitrags:
#14BeitragVerfasst: Mo 2. Jan 2012, 00:23 

Highscores: 1
Marvin hat geschrieben:
2000 bis 2005


Also genau nach.... Bild


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 Betreff des Beitrags:
#15BeitragVerfasst: Mo 2. Jan 2012, 00:27 

Highscores: 1
willst du dir da jetzt was drauf einbilden?


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